nVidia

„The big switch“

Ich habe es getan. Frühere Versuche das Microsoft Ökosystem zu verlassen sind bisher immer an irgendetwas gescheitert. Bei meinem letzten Versuch war es die mangelnde Performance meiner Grafikkarte unter Linux.

Ich hatte eine eigentlich sehr gut funktionierende nVidia GeForce 1060 GTX mit 6GB vRam. Dazu 32GB DDR4-2400 und eine schnelle Samsung Evo 970 SSD. also genug Power für ein schnelles Linux. Wenn denn nicht nVidia wäre…

Auch wenn der proprietäre Treiber von nVidia alles in allem recht gut funktioniert (funktionieren sollte), so wirklich performant ist etwas anderes. Steam hat mir Proton eine wirklich gut funktionierende Möglichkeit entwickelt Windows Spiele unter Linux lauffähig zu bekommen. Aber dennoch. Wo ich unter Windows mit 80-90fps unterwegs war, war unter Linux immer wieder bei 45 bis 50 frames Schluss. Dazu noch gelegentliche Framedrops, was bei einem schnellen Shooter wie Killing Floor 2 schnell dazu führt das man sich als Monsterfutter mit dem „You Died“ Bildschirm anfreunden muss. – Ärgerlich.

Einer meiner sehr guten Freunde mit dem ich gerne über das für und wider diverser Softwarepakete unterhalte hat mir daraufhin empfohlen dich mal wieder AMD eine Chance einzuräumen. – Was ich am Anfang prompt abgelehnt habe. Meine letzte AMD Karte war eine handelsübliche, 2011er mittelklasse Radeon Karte welche – wie damals ziemlich viele AMD Karten – Probleme mit dem Overscan/Underscan auf HDMI Monitoren hatte (schwarzer rand). Seitdem hatte ich, einfach gesagt, „die Schnauze voll“.

Aber ich habe mir gedacht, nach neun Jahren könnte man es nochmal versuchen.

Eine neue AMD Karte war schnell gefunden. Eine Schöne, fast-neue Radeon 5700XT. Navi10 Chipsatz. Nettes Gerät. Unter Windows mit den neuen Treibern etwa auf dem Leistungsniveau einer nVidia 1080 – meiner aktuellen Grafikkarte.

In einer Hauruck-Aktion habe ich dann vor zwei Wochen an einem Wochenende (Ziemlich genau vor zwei Wochen. Ich ab das an einem Freitag Abend in Angriff genommen) meinen Rechner auf Linux umgestellt. Kein Dual-Boot, kein „nur mal nebenher“ sondern direkt „ganz oder gar nicht“.

Das System meiner Wahl fiel auf Manjaro. Eigentlich bin ich ein großer Fan von Arch Linux, allerdings hatte ich nicht die Motivation wirklich ALLES wiedermal von Null an aufzubauen, und Manjaro bot neben einem Installer auch einige andere Bequemlichkeiten wie einen vorinstallierten AUR paketmanager und eine saubere basisinstallation, welche nicht zu überladen war. Und ich war Überrascht. Jedwede verbaute Hardware lief ohne Probleme out-of-the-box. Auch meine neue Grafikkarte. Mit voller 3D Unterstützung.

Auch ich zocke gerne. Und mittels Proton (in einer kleinen Mod-Version) läuft auch Killing Floor mit erhabenen 90-120fps.

Zwei Wochen Später….

Polynomial-C, wenn du das liest: Ich habe die Wette gewonnen! Es ist nun länger als eine Woche her, und ich habe Windows bisher nicht vermisst. Eigentlich eher das Gegenteil. Beinahe jeden Tag finde ich wieder einen Punkt an dem ich mein Linux noch so anpassen kann, wie ich es eigentlich schon immer haben wollte. Wo ich bei Windows irgendwelche Drittanbieter Tools nutzen musste, kann ich unter Linux einfach eine Datei bearbeiten, und alles läuft so wie ich es will.

Mal sehen wie es weiter geht.